NUR WER DIE GESCHICHTE KENNT |EDEWA | BERLIN

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  • NUR WER DIE GESCHICHTE KENNT,
    SIEHT DIE GRAUSAMKEIT DER GEGENWART

    Wenn wir von Kapitalismus reden, lesen und hören, bewegen wir uns vorwiegend in einer gedanklichen Auseinandersetzung mit den vorherrschenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen einer westlichen Welt.

    Der Kapitalismus ist für uns der Luxus einer offenen, auf Profimaximierung ausgerichteten Gesellschaft, die glaubt, eine Struktur erschaffen zu haben, die der Freiheit und dem Wohlstand eines einzelnen Individuums besser dient als sämtliche Alternativen vormals und jemals überhaupt. Eine Gesellschaft, die den direkten Zusammenhang zwischen Kolonialismus und Kapitalismus verkennt und sich zu den Grenzen Europas hin abgrenzt.

    D

    abei irren wir uns. Denn wir sind es, die ebenso als Sklaven dem freien Kapitalismus dienen wie jene, deren Land vor vielen Jahren gewaltsam entwendet wurde, um die Grund-pfeiler jener einseitigen Wirtschaftsstruktur zu legen. Längst ist klar, dass „Jede Ausbeuterordnung in der Geschichte … neben der Ausbeutung der arbeitenden Klassen des eigenen Volkes auch Verhältnisse der Ausbeutung anderer, im Niveau ihrer gesellschaftlichen Entwicklung zurückgebliebener Völker hervor(bringt).“(1)

    Nur glauben wir jetzt nicht mehr Arbeiter zu sein, weil das Blau unserer Arbeitskleidung einem stattlichen Anzug gewichen ist. Aus dem dreckigen Fließband mit Ölflecken ist ein virtuelles, abstraktes Fließband der Marke Karriere geworden, dem wir, inzwischen zu automatisierten Arbeitskuli degradiert, dienen.

    Der Kapitalismus ist ein globales Phänomen mit Wurzeln im Kolonialismus, den wir bis heute noch aufrecht erhalten. Die „Herausbildung, Wirksamkeit und Modifikation des Kolonialismus … markieren den sozialökonomischen Prozess der internationalen Vergesellschaftung der Produktion und des gesamten Wirtschaftslebens in seiner kapitalistischen Form …“(2)
    Denn wir benötigen die Erhaltung eines Ausbeutesystem damit der Kapitalismus über die sichtbaren Folgen jener Politik hinweg fortbestehen kann, auch wenn die aktuellen Flüchtlingsströme mit Millionen Menschen an keinem Auge vorbeikommen.

  • P

    ostkoloniale Theorien und Critical Whiteness Ansätze sind in der Lage diese bestehenden Zusammenhänge zwischen Kolonialisierung und Kapitalismus im damaligen wie derzeitigen westlichen Alltag aufzudecken.

    Sie zeigen, dass die kolonialen Abhängigkeiten weiterhin im Rahmen der Globalisierung hergestellt werden, um die Strukturen auch nach kolonialer Befreiung und Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonien in Form von informal empire aufrechtzuerhalten.
    Wirtschaftliche Vorteile und Abhängigkeiten werden nicht mehr mit Waffengewalt durchgesetzt sondern mit ungleichen Verträgen.

    „Militärische Drohkulissen, die sogenannte Kanonenbootdiplomatie, erzwangen Privilegien, die auf andere Art und Weise nicht zu erhalten gewesen wären und die in Abkommen festgeschrieben wurden, welche aufgrund ihres Zustandekommens und ihres Inhalts als ‚ungleich‘ charakterisiert werden.“(3)

    Unsere westliche Dominanz und
    unser Wohlstand beruhen
    auf „erbeutete“ wirtschaftliche
    Vorteile

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Dezember 2015 | Berlin
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