GREEN ME FILMFESTIVAL

kp_adminKunst & Kultur, Nachhaltigkeit, Umwelt

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  • EINEN OSCAR FÜR DIE UMWELT

    Als Leonardo DiCaprio in der Oscar- Nacht 2016 seinen Oscar als bester Schauspieler erhielt, gab er der Welt zwei Botschaften auf den Weg. In der einen gab er zu bedenken, dass „Der Klimawandel … real (ist). Er passiert genau jetzt. Er ist die größte Bedrohung überhaupt und bedroht die gesamte Menschheit. Wir müssen jetzt auf der ganzen Welt zusammenarbeiten und damit aufhören nichts zu tun.“ In der anderen Botschaft ließ er sein charmantes Lächeln und seinen ausgestreckten Mittelfinger, der den Oscar und den Umschlag festhielt, für sich sprechen. Worüber die Welt nun aber im Nachgang spricht, ist der Inhalt dessen, was Leonardo DiCaprio nicht offen gesagt hat, jedoch gemeint haben könnte.

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    _o überfluten Spekulationen über Absicht oder Zufall der körperlichen Sprache DiCaprios die Nachrichtenkanäle in aller Welt und lassen das Gesagte untergehen. Focus postuliert gar „Steckt hinter dem ‚Stinkefinger‘ ein unglücklicher Zufall oder etwa pure Absicht? Handelt es sich dabei um eine versteckte Nachricht an die Filmakademie, die ihn so lange schmoren ließ?“

    Warum ist es für die meisten Menschen interessanter, über Oberflächlichkeiten zu sprechen statt über Wesentliches nachzudenken?

    Dass es nicht einfach ist, Nachhaltigkeit nicht nur oberflächlich abzuhandeln sondern in seiner Tiefe so zu erfassen, dass etwas Ganzheitliches entsteht, zeigte das Green Me Filmfestival 2016 in Berlin.
    Zwar liegt dieses Event ein paar Tage zurück, jedoch ist sein Kernkonflikt hochaktuell und wird es auch als permanentes Problem unserer Gesellschaft sein. Wir haben das Problem, dass Nachhaltigkeit zwar gepredigt, jedoch oft zwischen den Mühlen unseres Wirtschaftssystem bis zur Unkenntlichkeit zerrieben wird.

    Aus einer richtig guten Idee mit viel Potential über ein Filmfestival, das unter dem Motto „Ocean, Life, Water“ Filme zeigt, die die Ausmaße der Überfischung, der Umweltverschmutzung, dem Konsumwahn und dem Raubbau an der Natur durch konventionelle Landwirtschaft aufzeigen, ist eine Veranstaltung geworden, die halbherzig das Plastikproblem zu einer filmischen Inszenierung degradiert, weil an die Besucher Plastikflaschen mit einem völlig übersüsstem Getränk verteilt wurden.

    Während in den Kinos wunderbare Filme wie „Racing Extinction“,“Plastic Raradise“ und „Bottled Life“ liefen und die Besucher in Podiumsdiskussionen mit den Filmemachern und Umweltaktivisten wie Valentin Thurn und bekannten Gesichtern u.a. Auma Obama, Sarah Wiener, Steffen Reese (Naturland e.V.) und Ulf Marquardt über die Entwicklungen diskutieren konnten, irritierte die Ausgabe von Getränken und Snacks in Plastikverpackungen.

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    _ort, wo das Festival ein Ideengeber hätte sein können, wurde bedauerlicherweise der Gedanke von Sustainability nicht fortgesetzt. Zwischen der Notwendigkeit das Festival auf finanziell ausgeglichene Beine zu stellen und dem Anspruch, den solch ein Festival durch das Setzen dieses Themas bei den Besuchern hervorruft, ist die Nachhaltigkeit auf der Strecke geblieben.

    Aber ist es nicht zu einfach, die Umsetzung von Nachhaltigkeit an die finanziellen Möglichkeiten statt kreativen Ideen zu binden?
    Können wir von den Veranstaltern solcher Konzepte verlangen, mehr zu tun und konsequenter zu sein?

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    _arum wurden nicht Akteure eingebunden, die bereits an Lösungen für diese Probleme arbeiten? Soulbottle und Milena mit ihrem StartUp Original Unverpackt sind ideale Vertreter, die Lösungen für das Plastikproblem anbieten, indem sie Verpackungsfreiheit und Mehrweg aus der verstaubten Ecke rausholten und zu einem praktikablen Ansatz entwickelten.
    StartUps und Initiativen, die Ideen zur Lebensmittelrettung verwirklichen, wie oder Restlos Glücklich, klären mit interessanten Konzepten über Foodwaste auf und zeigen, was alles möglich ist.

    Auch wenn finanzielle Argumente für die Umsetzung nachhaltiger Events noch nicht ganz außen vor gelassen werden können, dürfen diese nicht überwiegen und die Veranstaltung prägen. Es gibt viele Ideen und Akteure, die mit ihren Projekten aufzeigen, dass sich gute Konzepte auch alternativ umsetzen lassen. Das Global Business Summit hat vorgemacht wie gesellschaftliche Verantwortung mit wirtschaftlichem Handeln vereinbar ist.


GREEN ME FILMFESTIVAL 2016

Februar 2016 | Berlin
Umwelt | Gesellschaft | Mitte