AKTIONISMUS

BLINDE, DIE AUF PLASTIK STARREN


EIN WECKRUF AN UNSERE VERANTWORTLICHKEIT

„Blinde, die auf Plastik starren“ ist ein Weckruf an unsere Verantwortlichkeit gegenüber unserer Umwelt – im zwischenmenschlichen wie auch darüber hinaus gehenden Sinne. Der Verlust von Verbindungen zu unserem Nächsten lässt uns nachlässig und unempfindsam gegenüber Schäden werden, die wir durch unsere Unachtsamkeit, Bequemlichkeit und unserem Egoismus anrichten.

Vom 11 | Mai bis zum 18 | Mai 2016 unternahen wir eine Reise nach Lübeck zum Verein One Earth – One Ocean, um die Seekuh zu besichtigen, nach Hamburg, um mit den Umweltschützern vom Blog MeerART über die Kreisläufe des Plastiks von unseren Strassen zu unseren Küsten zu sprechen und ins Naturschutzgebiet Wattenmeer, um dort die Auswirkungen nachzuvollziehen und sammelten aus dem Naturschutzgebiet angespültes Plastik ein, das achtlos in unserer Umwelt entsorgt wurde.


Etappe 1
11. Mai bis 12. Mai 2016

Lübeck | Besichtigung der Seekuh

Die erste Etappe führte mich zu Rüdiger Stöhr vom Verein „One Earth – One Ocean“. Die Seekuh ist ein 5t schwerer Katamaran, mit dem bis zu 2t Plastik ohne Beifang aus dem Meer abgefischt werden kann. Darüber hinaus enthält die Seekuh eine Forschungseinheit, mit der Wasserproben entnommen und auf ihren Mikroplastikgehalt untersucht werden können.

Auf der Reise versuchte ich möglichst umweltschonend und plastikarm zu leben, um herauszufinden, wie unbequem Plastikverzicht auf Reisen sein kann.
Hier frühstückte ich früh morgens in Lübeck Müsli von Mein Müsli Laden, Milch von Landliebe aus der Glasflasche und frisches Obst.



Etappe 2
13. Mai bis 14. Mai 2016

Hamburg | Besichtigung des Hamburger Hafens

Zusammen mit Claudia und Ralph Kerpa vom Blog „MeerART“ besuchte ich einige Ecken im Hamburger Hafen, um die Verschmutzungen durch Plastik zu dokumentieren. An vielen Stellen des Hamburger Hafens liegt achtlos weggeworfener Müll und angespültes Plastik.

Leider entdeckten wir auch einen toten Schweinswal, der am Ufer der Elbe angespült worden war. Auf dem Blog „MeerART“ berichten Claudia und Ralph über die Untersuchungen des Wals.

Möglichst plastikarm auf Reisen zu sein, kann recht unbequem werden. Ich schleppte viel mehr Gewicht mit mir herum und musste auf das eine oder andere, auf das ich Appetit hatte, verzichten.

Darüber hinaus kannte ich mich nicht in Hamburg aus, so dass ich, je nach Lage meines Hotels, keinen Bioladen in der Umgebung fand und daher zwischen unverpacktes konventionelles oder verpacktes Bio Obst oder Gemüse wählen musste. Häufig ist das Bio Obst und Gemüse in Plastik eingeschweißt, weil die Menge deutlich geringer als konventionelle Produkte ist und dadurch weniger in Plastik eingepackt werden muss.



Etappe 3
15. Mai bis 18. Mai 2016

St. Peter Ording | Naturschutzgebiet Wattenmeer

Jennifer Timrott vom Verein Küste gegen Plastik e.V.machte mit mir zusammen einen Ausflug ins Wattenmeer und zeigte mir die Stellen, an denen sich weggeworfenes Plastik verfängt und liegenbleibt.

Hier sammelte ich das Plastik ein, aus dem im Nachgang der Tour eine Installation entsteht. Obwohl das Wattenmeer ein stark geschütztes Naturschutzgebiet ist, ist es nicht davon befreit von Plastikmüll überschwemmt zu werden. Wenn sich das Meer bei Ebbe zurückzieht, bleiben viele Fischernetze und Materialien aus der Fischerei liegen – wie zum Beispiel Tahiti-Röckchen.
Auf dem Blog von Jennifer Timrott gibt es einen umfangreichen Beitrag über die Mengen an Müll, auf die ich einen kurzen Blick werfen konnte.