AKTIONISMUS

BLINDE, DIE AUF PLASTIK STARREN


NACHTSCHICHT 2016 | BERLIN DESIGN NIGHT

Mitten im Wirrwarr um den schwammigen Begriff „Nachhaltigkeit“ liegt die Aufforderung zum Handeln, mit der die Ressourcenausbeutung unterbrochen und die -erhaltung aufgenommen wird. So erfasst diese Aufforderung eine Interaktion zwischen Menschen im Sinne der Nachhaltigkeit ein Aktivwerden mit anderen und Kommunizieren mit vielen, um das Fortbestehen unserer Lebensgrundlage zu gewährleisten.

Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit, vom Rat für Nachhaltige Entwicklung anlässlich der Weltkonferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) im Jahr 2012 ins Leben gerufen, stellen diese Aufforderung in den Mittelpunkt einer virtuellen Plattform. Ihr Aufruf zum „Vorbildlichen Engagement in ganz Deutschland … (das) an den Aktionstagen sichtbar werden und andere zum Mitmachen und zur Eigeninitiative ermutigen.“ soll, ist an uns alle gerichtet und erwartet eine gesellschaftliche Teilhabe im öffentlichen Raum.

In Kombination mit der NACHTSCHICHT entwickelten wir unter diesen beiden Prämissen ein Kunstprojekt zur Aufklärung der gesellschaftlich tief verwurzelten Plastikblindheit. Blind und emotionslos gegenüber Plastikmüll in unmittelbarer wie ferner Umgebung geworden, akzeptieren viele Menschen die Vermüllung und Umweltbelastung als ein Teil des eigenen Lebens, selbst dann noch, wenn die Auswirkungen längst am eigenen Leib zu spüren sind.

Die nachweislich vorhandenen Mikroplastikteilchen im Wasser wie auch in Lebensmitteln sind Träger von giftigen Schadstoffen, die sich im Laufe eines Mikroplastiklebens an die kleinsten Teilchen angedocken. Die Ergebnisse einer ignoranten und verschwenderischen Nutzung eines Stoffes sind kaum noch mit bloßem Auge sichtbar; seine Ausgangsstoffe, Plastiktüten, Verpackungsmaterial und und und hingegen schon.

Der Zusammenhang zwischen dem großen Sichtbaren und dem kleinen Schädlichen ist durch die verwundenen Wege eines Plastiktütenlebens kaum wahrnehmbar. Der Zerfall einer vergessenen Plastiktüte und die Fütterung eines Jungvogels mit Geschenkbändern spielt sich außerhalb unseres Sichtfeldes ab, weil wir nach dem Grillen, nach dem Essen bei McDonalds und dem Einkauf auf dem Markt längst nach Hause gegangen sind und das Liegengelassene vergessen haben.

Dabei vergessen wir vor allem: Es „liegen-zu-lassen“ spielt sich auf der gleichen Ebene ab. In ihm steckt Aktivität und wir tragen für jede Tätigkeit die Verantwortung, die immer Spuren hinterlässt. Diese Verbindung muss in uns wieder hergestellt und das Bewusstsein dafür geweckt werden. Mit welchem Handeln auch immer.


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Installation und Filmpremiere
03. Juni 2016
Create Berlin | NACHTSCHICHT 2016
BERLIN DESIGN
im KAOS